
Thomas Bartels
*1960
in Göttingen. 1983-1994 Studium an der Hochschule für
Bildende Künste in Braunschweig. Seit 1993 als Freier
Künstler tätig in den Bereichen Film, Skulptur &
Installation. 1996 Förderpreis der Niedersächsischen
Ministerin für Wissenschaft und Kultur. 2000 Installation
„Schwimmer“ beim Braunschweiger Lichtparcours. 2001
Arbeitsstipendium der Stiftung Nord/LB-Öffentliche. Seit 2001
diverse Lehraufträge für Film an der HBK Braunschweig, der
Kunstakademie Dresden und der Universität Hildesheim.
www.t-bartels.kulturserver-nds.de
noordwaarts
Die Stadt Amsterdam wächst stetig und wird im Laufe der nächsten Jahre ein neues Stadtviertel erhalten, dem Bahnhof gegenüber auf dem anderen Ufer des Ij: in Amsterdam Noord. Dieses Projekt „noordwaarts“ sieht vor, das Zentrum über das Wasser hin auszudehnen und zu beleben, mit einer Mischung aus modernen Bürokomplexen, kulturellen Institutionen, z.B. dem Neubau des Filmmuseums, mit attraktiven Wohngebieten und vor allem mit der Anbindung durch die entstehende Metro.
Während neues Land aufgeschüttet wird und die Gebäude einer imposanten Skyline errichtet werden, soll eine schwimmende kinetische Licht-Plastik auf dem Ij Aufmerksamkeit erregen und Interesse dafür wecken, was dort geschieht.
Aufgrund der Nähe zum Neubau des Filmmuseums fiel die Wahl auf Thomas Bartels, der sowohl als Filmemacher als auch bildhauerisch arbeitet. Seine bewegten Skulpturen und Installationen thematisieren Licht & Projektion. Sein Entwurf basiert auf den Bojen vor Ort und vergrößert diese Kegel auf eine Höhe von 15m. Mechanisch angetrieben klettern darin die Silhouetten einer Frau und eines Mannes an Leitern empor und aufeinander zu...
Am Tag sind diese Figuren schemenhaft zu erkennen, bei Nacht erscheinen dann vergrößerte Schatten-Bewegungen auf der Außenhaut. Das Innere wird nach außen gekehrt. Leitet sich die äußere Form aus dem funktionalen Objekt „Boje“ ab, so bietet das Innenleben vielfältige assoziative Verbindungen an, zum Beispiel zur Geschichte dieses Ortes und der Medien:
Amsterdam Noord war stets die dunkle Seite der Stadt. Als noch öffentlich hingerichtet wurde, stellte man hier die Gehenkten für einige Tage abschreckend zur Schau. Auch war „Pumpen oder Ersaufen“ eine gebräuchliche Strafe, bei der ein Mensch in eine Grube geworfen wurde. Mit ähnlichen Bewegungen wie bei den beiden Figuren in der Boje mußte er das stetig einströmende Wasser hinauspumpen, um nicht zu ertrinken. Die Projektion von Schattenfiguren gehört zur Frühgeschichte des Kinos. Die Figuren dieser Arbeit stellen sogesehen eine moderne Form asiatischer Stabpuppen dar.
Wie auch in anderen Arbeiten von Thomas Bartels bewegen sich Mann & Frau in endlosen gleichmäßigen Wiederholungen. Ein Bild, das auch für Ausdauer und Beharrlichkeit stehen kann: „aufwärts“
eine schwimmende Lichtskulptur
von Thomas Bartels
2007
Zu dem Projekt erscheint eine Edition
von 72 verschiedenen Drucken
im Format 77 x 100 cm
mit Eisenträger
und DVD

Bei einer Begegnung mit Thomas Bartels und seinem Amsterdam-Projekt "aufwärts" entstand eine Fotoserie. 36 Negative & 36 Positive haben sich zu einer Edition gefügt: 72 Unikate. Der gültige 77x100 cm-Druck (bei Jens Kollmorgen mit den haltbarsten "museums-echten" Pigmentfarben auf Opak-Material ausgeführt und doppelseitig transparent geschützt) wird jeweils nur ein mal mit dem von Thomas Bartels hergestellten Aufhänge-Eisen & einem "Film des Modells in Bewegung" verkauft.
Datiert und signiert von Thomas Bartels & Aginmar. In Planung ist eine gedruckte Dokumentation und mindestens eine Reise nach Amsterdam, wenn dort die 15m hohe Kunst-Boje im Hafen hinter dem Bahnhof schwimmen wird.
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